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Text: S. Kemmerer Bilder: B. Katzlinger/D. Hellmann

Osterkerze 2016

Kaum hat die Fastenzeit begonnen, haben sich kreative Menschen aus der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul und der evangelischen Kirchengemeinde Klein-Auheim zusammen getan, um sich der Gestaltung der Osterkerzen zu widmen. Für Hildegard Marsch, Ute Schwarz, Alina Hellmann und Silke Kemmerer ist dies schon zu einer guten Tradition geworden, umso mehr freuten wir uns über tatkräftige Unterstützung und Ideen von Ilona Heiermeier und ihrer Tochter Lenja.

Grundlage der Arbeit war wie in den Jahren zuvor die Jahreslosung der evangelischen Kirche

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13)

und das Thema der Erstkommunionkinder der Pfarrei St. Peter und Paul

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6)

Zunächst setzen wir uns mit den beiden Bibelstellen auseinander, tauschten unsere Gedanken dazu aus und notierten wichtige Schlüsselwörter. Aus diesen Impulsen malten wir individuelle Bilder. Die Symbole in diesen Bildern ergaben letztlich die Motive der Kerzen.

Die Symbole

Der Weg:

Jesus sagt nicht: ein Weg, eine Wahrheit, eine Lebensmöglichkeit. Sondern, der Weg, das Leben, die Wahrheit. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. Er sagt es zum Trost, als Antwort an den zweifelnden Thomas, der fragt: „Wie können wir den Weg weisen?“ So fragen auch heute viele Menschen, ausgesprochen oder unausgesprochen in einer Zeit der Beliebigkeit von Wahrheiten und der Vielfalt der Lebensformen. Jesus gibt darauf eine klare Antwort. Wenn wir mit Jesus den Weg gehen, dann sind wir noch unterwegs, sind wir noch nicht am Ziel. Der Weg kann bergauf und bergab gehen, krumm und gerade verlaufen – wir sind nicht allein, Jesus ist immer da. Wir müssen den Weg nicht als Erste gehen; Jesus ist selbst den Weg der Liebe Gottes gegangen. Immer führt der Weg zu Gott. Leben ist ein Weg. Wir sprechen ja auch vom Lebensweg. „Ich schenke dir Verbindungen mit dem Vater. Durch mich kannst du ihm begegnen.“

Mutter

Die Jahreslosung aus Jesaja spricht sehr direkt in unsere Zeit voller Unsicherheit und Ungewissheit. Die Sehnsucht danach, getröstet zu werden, teilen wir alle – die Erfahrungen, in schwierigen und traurigen Situationen Trost bekommen zu haben, ist eine der großen Kraftquellen des Lebens.

Trost

Trösten heißt, jemandem Kraft geben, dass man wieder dasteht wie ein Baum. Gott selbst ist es, der uns diesen Trost geben will. Ganz mütterlich wendet sich Gott dem Menschen zu - und öffnet uns damit für die eigene Mütterlichkeit in uns, die ja jeder Mensch hat. Die Menschen damals in Israel, denen dieses Wort zu gesagt wurden, kamen aus dem Exil in ihr zerstörtes Land zurück – und Trost bedeutete, die Kraft zu bekommen, wieder eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Dieses Wort soll auch für uns ein stärkendes Wort sein für das Jahr 2016. – getröstet zu werden und Trost weiter zu geben. So entwickeln sich Hoffnung und Zukunft.

Das Labyrinth

Das Labyrinth ist ein Symbol des Lebens. Es will einladen, sich auf den Weg zu machen. Am Ende des Weges wartet die Mitte, das Ziel. Wer ein Labyrinth betritt, hat das Ziel bereits vor Augen. Die Distanz scheint nur kurz zu sein. Doch der Weg führt um die Mitte herum, und dann sogar immer weiter weg, hinaus in die Wirrungen des Labyrinths. Es stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist und ob es sinnvoll ist, noch weiter zu gehen. Irgendwann gelangt man praktisch dort an, wo man aufgebrochen ist. Kein Fortschritt ist zu erkennen. Weit ist man gegangen und nun ist man fast wieder beim Ausgangspunkt. Doch dann biegt der Weg wieder zur Mitte und auf einmal, unvermutet schnell, ist man am Ziel.Auf dem Weg zum Ziel gibt es keine Abkürzung. Es muss alles gegangen, alles erfahren sein. Nichts kann ausgelassen und nichts übersprungen werden, keine gute, keine schlechte Erfahrung, keine Begegnung, kein Tag und kein Schritt. Die einzige Alternative wäre stehen bleiben, den Weg verweigern. Aber das führt nicht zum Ziel.

Obwohl die Textstellen der Jahreslosung der evangelischen Kirche „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13) und das Thema der Erstkommunionkinder der Pfarrei St. Peter und Paul „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14,6)  so unterschiedlich sind, ist es doch gelungen, diese in den Bildern der Osterkerzen zusammen zu bringen.

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